manta 1,9 liter s jorg mühlenberg opel manta a
Home
Modellgeschichte
Manta A – 1,9 L
Mein Manta A
Impressum

blankhome manta-19s.de blank












Mein Manta A

Meine ersten Manta-A-Erinnerungen kann ich ziemlich genau beschreiben. Ich denke, dass geht vielen von uns so, beim Rückblick auf ihr erstes Auto. Mein Manta war froschgrün und verfügte über einen 1,2 Liter Motor mit 60 PS. Extras kann ich nachträglich keine ausmachen. Allerdings versprühte das schwarze Vinyldach eine zusätzliche, sportliche Komponente. 1985 kaufte ich ihn für 2.200 Mark bei einem "Krauter-Händler" in Merkstein (NRW). Er war damals froh, den Opel von seiner Ausstellungsfläche verbannt zu haben – diesen Eindruck vermittelte er zumindest.

Grüne Coupe Türen


Im Gegensatz zu vielen anderen befreundeten Erstauto-Käufen war der Opel Manta ein richtiges Auto. An diesen Eindruck erinnere ich mich gut. Mit geschwungenen Kurven und rassigen Ausmaßen ausgestattet, saß man jedenfalls in einem Auto und nicht in einer Zigarrenkiste. 1985 war bekanntlich die Zeit, ab der Schmalspur-Gefährte unser Straßenbild "verschannullieren" sollten. Selbst Mercedes offenbarte seinerzeit einen 190er, bei dem die Türen erstmals "plöck" statt des gewohnten "plonk" machten.

Manta mit 39 PS

Das Vinyldach wurde kurzerhand mittels schwarzer Schuhcreme (funktioniert prima) vor dem Ausbleichen bewahrt und der Manta-Motor lief wie ein Uhrwerk. Als einzige Aufwertung ließ ich ihm 185er Reifen angedeihen, die ich kostengünstig auf einem Trödelmarkt erwarb. Im Sommer 1985 begaben sich meine damalige Freundin Karin und ich auf unsere erste große Urlaubsfahrt.
Kurz vor unserem Südfrankreich-Urlaub ließ ich den Wagen von einem Bekannten warten. Der wechselte die Zündkerzen und machte den Manta vermeintlich urlaubsfertig.


Seiner bescheidenen Fingerfertigkeit war es zu verdanken, dass wir die gesamte "Route Napoleon" bis nach Saint Tropez auf drei statt vier Zylindern absolvieren sollten. Eines der Zündkabel hatte der Mechaniker direkt auf einem der Abgaskrümmer gelegt.
jorg mühlenberg manta a

Vollbelanden murrte der Manta und zitterte, doch die Alpenpässe nahm er trotzdem anstandslos, wenngleich nunmehr nur noch mit gefühlten rappeligen 39 statt der werksseitigen 60 PS.

In Frejus wurde der Manta notdürftig repariert. Nach meinem Eingriff auf einem Campingplatz lief er (wieder) wie ein Rennwagen. Am Folgetag fuhren wir auf einen weißen Peugeot 205 auf. Dessen Motor sprang aus der Halterung – beim Manta war lediglich die vordere Stoßstange verbeult.

Die "Mantania" bleibt

jorg mühlenberg manta a Nach zwei Jahren verkaufte ich den signalgrünen Manta. Doch unzählige schöne Erinnerungen sind mir geblieben. Und sicherlich werden einige von Euch Lesern diese oder ähnliche Begebenheiten nachvollziehen bzw. mit eigenen Erlebnissen anreichern können.

Vor zwei Jahren entdeckte ich den Manta A-L 1,9 in einer entlegenen Nachbarstraße. Sein bemerkenswert guter Zustand hat mich – neben allen Erinnerungen – vom ersten Tag an fasziniert. Meine Frau schlug seinerzeit beide Hände über den Kopf zusammen.

Das Geräusch hat mich kurzweilig zusammenzucken lassen. Manche Entscheidungen lassen sich letztlich nun mal nicht mit Vernunft erklären und deshalb habe ich den Manta vor kurzem "gerettet".

Neben den Erinnerungen und neuen Abenteuern, die er mir in den kommenden Monaten bescheren wird, wird es bestimmt irgendwann einen neuen Besitzer geben, der seiner bemerkenswerten Historie als Oldtimer neue, beispiellose Geschichten hinzufügen wird.





trenner